Arbeitsleben und psychische Erkrankung

Arbeit nimmt im Leben der meisten Menschen einen wichtigen Platz ein und ist daher auch bei einer psychischen Erkrankung wichtig. So ist es wichtig für Ihren Alltag und den sozialen Kontakt mit anderen Menschen, wenn Sie Ihre Arbeit behalten können.

Wenn Sie Ihre Arbeit während Ihrer Krankheit verlieren, kann sich das negativ auf Ihre Lebensqualität auswirken. Ihre wirtschaftliche Situation wird schlechter und Sie verlieren Ihre Selbstständigkeit, weil jetzt die Gemeinde eingreift und Forderungen an Sie stellt, damit Sie Unterstützung erhalten.

Wenn Sie aufgrund einer psychischen Erkrankung für eine gewisse Zeit krankgemeldet waren, ist für Sie wichtig, zu Ihrer Arbeit zurückzukehren. Dies kann sogar zur Heilung beitragen, auch wenn Ihnen das schwerfällt. Dafür müssen jedoch Ihr Arbeitgeber und Ihre Kollegen Rücksicht auf Ihre Lage nehmen. So kann es notwendig sein, erst allmählich wieder anzufangen und einen Dialog mit Ihrem Vorgesetzen und den Kollegen zu führen, wie es Ihnen geht, sowie welchen Anforderungen und Arbeitsaufgaben Sie gewachsen sind.

Eine psychische Erkrankung beeinträchtigt meist Ihre Arbeitsenergie, das Gedächtnis, Ihre Geduld und die Fähigkeit den Überblick zu behalten. So ist es verständlich, wenn Sie sich Sorgen machen, ob Sie wie vorher arbeitsfähig sind. Hinzu kommen weitere Sorgen: Wird mein Leben wie vorher sein? Will man mich überhaupt noch an meinem Arbeitsplatz haben? Wie offen soll ich über meine Erkrankung sprechen? Wenn Sie sich entscheiden, an Ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, müssen Sie Ihre Möglichkeiten und Grenzen realistisch einschätzen.

Andererseits dürfen Sie nicht zulassen, dass andere Ihre Fähigkeiten unterschätzen, wenn Sie selbst überzeugt sind, die Arbeit bewältigen zu können. Sie kennen sich selbst am besten und nicht Ihr Arzt oder der Sachbearbeiter der Gemeinde. Vielleicht hilft es, mit Angehörigen oder Freunden darüber zu sprechen, wie diese Ihre Möglichkeiten und Grenzen hinsichtlich Ihrer Arbeitsfähigkeit wahrnehmen. Denken Sie auch darüber nach, ob Sie offen über Ihre Erkrankung sprechen möchten oder nicht. Grundsätzlich ist es gut, offen zu sein, denn nur so können Ihr Arbeitgeber und Ihre Kollegen Rücksicht auf Ihren Zustand nehmen.

Andererseits fürchten Sie vielleicht, entlassen zu werden, wenn Sie offen über die Erkrankung sprechen. Ob Sie offen sind oder nicht, hängt von Ihrer Person, der Arbeitssituation und der Kultur an Ihrem Arbeitsplatz ab. Wenn Sie Ihrem Vorgesetzten vertrauen, sprechen Sie mit ihm oder ihr über Ihre Möglichkeiten. Sie können sich auch an die Vertrauensperson Ihres Unternehmens werden.

Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt darüber, wie Sie am besten zu Ihrer Arbeit zurückkehren. Gemeinsam können Sie einen Plan machen, wie Sie wieder zum gewohnten Alltag zurückfinden. Wenn Sie zum Arbeitsplatz zurückkehren, müssen Sie Rücksicht auf Ihre Gesundheit nehmen. So müssen Sie sich erst wieder an die Arbeit gewöhnen. Das kann eine Weile dauern.

Es kann auch helfen, wenn Sie allmählich Ihre Arbeitszeit erhöhen und erst wenige und später mehr Arbeitsaufgaben übernehmen. Vielleicht merken Sie auch, dass Sie auf Dauer nur weniger Arbeitsstunden arbeiten können. Sprechen Sie mit dem Sachbearbeiter der Gemeinde über Unterstützungsmöglichkeiten wie einen Flexjob. Nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Grenzen und überanstrengen Sie sich nicht, denn das könnte Ihren psychischen Zustand verschlechtern. Es wird eben Dinge geben, die Sie können und einige, die Sie nicht können. Das kann auch von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Manche Tage geht es ausgezeichnet, andere nicht.

Bitte Sie um Unterstützung in Situationen, wo Sie dies benötigen. Achten Sie darauf, nicht alles schwarz zu sehen und überzureagieren, wenn mal ein schwieriger Tag ist. Nehmen Sie es wie es ist: einfach ein schwieriger Tag. Wenn dies häufiger passiert, überlegen Sie jedoch, ob Sie zu viele Aufgaben übernommen haben. Wichtig ist, dass Sie an sich selbst denken und sich nicht überanstrengen.