Psychische Erkrankung und Elternrolle

Alle Eltern möchten sich um ihre Kinder kümmern. Dies gilt auch für Eltern mit einer psychischen Erkrankung. Dann kann es besonders schwer sein, den Alltag zu meistern.

Bei einer psychischen Erkrankung dmuss man bedenken, man ist nicht nur selbst betroffen ist, sondern auch die Angehörigen. Sorglich stimmt auch fie Frage:, wie wirkt sich die eigene Krankheit auf die Erziehung und Entwicklung der Kinder aus. Kinder spüren die Probleme der Eltern. Deshalb sind sie auch betroffen, wenn ihre Eltern psychisch krank sind. Wie stark die Krankheit das Kind beeinflusst, hängt von einer Reihe von Faktoren ab, wie der Art Schwere und Dauer der Erkrankung, wie alt das Kind bei Entstehen der Krankheit ist und welche anderen Personen Unterstützung bieten können.

Eine psychische Erkrankung kann die Wahrnehmung der Elternrolle sehr erschweren. Wenn es Ihnen selbst schlecht geht, kann es schwerfallen, sich so um das Kind zu kümmern wie Sie gerne möchten. Es kann schwerfallen, für das Kind da zu sein und ihm die nötige Geborgenheit zu bieten. Und es mag schwierig sein, für einen geordneten Alltag zu sorgen und gemeinsam etwas zu unternehmen. Nicht weil man nicht möchte, sondern weil die psychische Erkrankung dies erschwert. Bei einer psychischen Erkrankung ist die Wahrnehmung der Elternrolle erschwert, weil Ihre Aufmerksamkeit, Konzentration, Stimmung und Energiestärke beeinträchtigt sein können.

Bei einigen psychischen Erkrankungen ändert sich auch die Wahrnehmung der Realität. All dies kann dazu führen, dass Ihnen die Kräfte fehlen, sich um die alltäglichen Dinge und das Wohlbefinden Ihres Kindes zu kümmern. Wenn Kinder mit einem psychisch kranken Elternteil aufwachsen, glauben sie oft, es sei Ihre Schuld, wenn es dem Vater oder der Mutter schlecht geht.

Sie möchten vielleicht auch zu viel dafür tun, dass es dem Elternteil besser geht. So achtet Ihr Kind oft sehr darauf, wie es Ihnen geht. Es versucht, alles richtig zu machen, damit keine Konflikte entstehen. Oder es wendet viel Energie auf, um vor der Außenwelt zu verbergen, dass die eigene Familie anders ist als andere. Wenn Sie aufgrund der Krankheit eine andere Wahrnehmung der Realität haben, zeitweilige ärgerlich sind oder andere Symptome zeigen, kann dies beängstigend auf ihr Kind wirken.

Manchmal äußern sich die Sorgen der Kinder in körperlichen Beschwerden wie Kopf- oder Magenschmerzen. Oder es fällt ihnen in der Schule schwer, sich zu konzentrieren und gut zu lernen. Vielleicht geraten sie häufiger in Konflikte mit anderen Kindern oder Erwachsenen. Achten Sie als Elternteil daher darauf, wenn Ihr Kind über Schmerzen oder andere Probleme klagt.

Das Leben mit einer psychischen Erkrankung kann besonders schwierig sein, wenn man zugleich Kinder hat. Viele fühlen sich schwach oder haben ein schlechtes Gewissen ihren Kindern gegenüber. Vielleicht fühlt man, dass man kein gutes Vorbild für seine Kinder ist. Zu lernen, mit Ihrer Erkrankung bestmöglich umzugehen, ist eine gute Voraussetzung, Ihrem Kind Geborgenheit zu bieten. Je besser es Ihnen selbst geht, desto besser geht es auch der ganzen Familie.

Lernen Sie Ihre Kräfte und Grenzen richtig einzuschätzen, damit Sie diese optimal im Alltag einsetzen können. Wenn Sie beispielsweise spüren, dass Fitness Ihnen gut tut, dann ermöglichen Sie für sich, dass Sie Fitness betreiben. eventuell gemeinsam mit Ihren Kindern. Wenn Sie schnell gestresst sind und den Überblick verlieren, schränken Sie Ihre Aktivitäten ein und planen Sie den Alltag genau. So behalten Sie die Kontrolle und vermeiden Stress. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, mit anderen Erwachsenen über sein Befinden und seine Gefühle zu sprechen. Das sorgt dafür, dass es sich geborgen und anerkannt fühlt und nicht einsam oder missverstanden.

Es kann auch helfen, sich an einen Psychiater, Psychologen oder andere Fachkräfte der Psychiatrie zu wenden, um Unterstützung und Anleitung für das Leben mit der Erkrankung und zur Bewältigung der Alltagsprobleme zu erhalten. Psychiatrische Einrichtungen bieten Ihnen die Möglichkeit für Familiengespräche und Ihre Kinder können an Gesprächsgruppen für Kinder teilnehmen.

Wenn Sie Unterstützung benötigen, um den Alltag zu meistern oder Probleme hinsichtlich der Kinder zu lösen, wenden Sie sich an Ihre Gemeinde, um mehr über Angebote für Bürger in Ihrer Situation zu erfahren. Je nach der individuellen Situation kann es finanzielle Unterstützung für Freizeitangebote für Kinder geben, es kann eine Kontaktperson für das Kind, Familienberatung, Entlastungshilfe oder Unterbringung des Kindes außer Haus angeboten werden.

Sie können sich auch an Patientenvereine wenden, die verschiedene Angebote haben, die Ihnen vielleicht zusätzlich helfen.