Was ist eine psychische Erkrankung?

anni Lage Jensen Kvam, Krankenpflegerin

Eine psychische Erkrankung kann sich auf verschiedene Weise äußern. Typischerweise treten Veränderungen dabei auf, wie Sie denken fühlen und sich verhalten. Die Krankheit wird daher sowohl Ihre Person als auch die Art, wie Sie sich selbst wahrnehmen, beeinflussen. Außerdem die Art, wie Sie mit anderen Menschen interagieren und wie andere Menschen Sie wahrnehmen und mit Ihnen interagieren.

Eine psychische Erkrankung kann daher mehr oder weniger in Ihr Leben eingreifen, je nachdem, welche und wie schwere Symptome Sie haben. Die meisten Menschen überwinden eine psychische Erkrankung. Es ist jedoch je nach Betroffenem sehr unterschiedlich und auch abhängig von der Diagnose, wie lange die Symptome andauern. Und hier muss man betonen, dass Ihre Diagnose nicht sagt, was Sie sind, sondern nur eine Bezeichnung für eine Erkrankung, die Sie haben.

Daher sollten man beispielsweise nicht sagen, dass jemand schizophren ist, sondern dass er oder sie die Krankheit Schizophrenie hat. Psychische Erkrankungen sind äußerlich nicht sichtbar, daher kann es für andere schwierig sein, sich dazu angemessen zu verhalten. So kann es für andere Menschen schwierig sein zu verstehen, wie sich Ihr Zustand auf Ihr Leben auswirkt, auf Ihre Energie, Ihre Handlungsmöglichkeiten, die Beziehung zu anderen Menschen und so weiter. Und Sie können erleben, dass Sie ständig auf Ihre Situation aufmerksam machen und sich verteidigen müssen.

Und dazu haben Sie vielleicht wegen Ihres Zustands nicht immer die Kraft. Eine psychiatrische Diagnose wird nicht auf der Grundlage eines einzigen Symptoms gestellt, auf Grund einer ganzen Reihe von Symptomen, die Sie haben. Außerdem hängt sie auch davon ab, wie lange Sie die Symptome hatten und wie sehr sie Ihren Alltag belasten.

Für die Diagnose kommt es also auf das Gesamtbild Ihrer Situation an. Es gibt viele verschiedene Symptome von psychischen Erkrankungen. Und sie können je nach Person unterschiedlich zum Ausdruck kommen. Symptome beeinflussen oft Ihre Stimmung, so dass Sie zum Beispiel über einen langen Zeitraum deprimiert sind oder vielleicht hyperaktiv.

Oder Sie erleben eine ständige und undefinierbare Angst. Vielleicht fühlen, dass andere Ihnen Böses wollen oder hinter Ihrem Rücken über Sie sprechen. Sie können auch Schlafprobleme, Appetitprobleme, Müdigkeit und so weiter erleben. Typischerweise müssen die Symptome länger angehalten haben, bevor sie als Krankheitssymptome gelten können. Wenn Sie überlegen, ob Sie eine psychische Erkrankung haben, sollten Sie vor allem davon ausgehen, wie Sie selbst Ihren Zustand erleben. Falls Sie selbst – oder Ihre Angehörigen – erleben, dass es Ihnen psychisch nicht gut geht und dass Sie den Alltag nicht recht bewältigen können, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, um zu klären, ob eine psychische Erkrankung vorliegt.

Ihr Arzt kann auch erkennen, ob Sie eine körperliche Krankheit haben, die sich in psychischen Symptomen äußert. Es kann auch umgekehrt sein: Dass Sie mit körperlichen Symptomen zum Arzt gehen, aber die eigentliche Ursache psychisch ist. Eine psychiatrische Diagnose muss nicht für immer gelten. Das ist je nach Betroffenem sehr unterschiedlich und abhängig von der Diagnose, wie die Aussichten auf eine Heilung sind.

Bei manchen tritt eine psychische Erkrankung nur einmal im Leben auf und verschwindet dann ganz. Bei anderen tritt sie immer wieder im Abstand von mehreren Jahren auf, aber dazwischen ist ein ganz normales Leben möglich. Einige haben ihr ganzes Leben lang mit den Symptomen zu kämpfen und müssen lernen, damit zu leben. Für alle psychischen Erkrankungen gilt: Je früher sie behandelt werden, desto besser sind die Aussichten.

Die Behandlung hängt von der Diagnose ab, aber kann aus einer Kombination von Behandlung mit Medikamenten und Psychotherapie bestehen. Es ist es wichtig, Wissen über die eigene Krankheit zu erwerben, damit man sie versteht. Indem Sie sich und die Erkrankung besser verstehen, können Sie herausfinden, was Sie tun können, um das Beste daraus zu machen. Es ist wichtig für Ihr psychisches Wohlbefinden, dass Sie auf Ihre körperliche Gesundheit achten, essen Sie gesund und regelmäßig, halten Sie einen natürlichen Tagesrhythmus ein und vermeiden Sie übermäßige Belastungen.