Was sind Distriktspsychiatrien und psychiatrische Kliniken?

Jens Lysgaard Jørgensen, Abteilungskrankenpfleger

Distriktspsychiatrien und psychiatrische Kliniken sind regionale, ambulante Behandlungsangebote für Personen über 18 Jahre mit einer psychischen Erkrankung. Distriktspsychiatrie und psychiatrische Klinken gibt es überall im ganzen Land. Die Distriktspsychiatrie behandelt typischerweise Menschen mit Schizophrenie und anderen Psychosen oder anderen Formen schwerer psychischer Erkrankungen, die eine längere Behandlung erfordern.

In den psychiatrischen Kliniken werden nicht-psychotische Störungen untersucht und behandelt. Die Untersuchung oder Behandlung in psychiatrischen Kliniken ist oft von kürzerer Dauer. Die Behandlung folgt hier einem sogenannten Paketablauf: Dieser umfasst eine Reihe von Behandlungangeboten, was dafür sorgt, dass alle Bürger im ganzen Land ein einheitliches Angebot erhalten. Die Regionen legen die Richtlinien für die Paketangebote fest.

Sie benötigen eine Überweisung von Ihrem eigenen Arzt, der psychiatrischen Notaufnahme, einer Krankenhausabteilung oder einem niedergelassenen Psychiater, damit Sie zur Distriktspsychiatrie und psychiatrischen Klink gehen können. Wenn die Distriktspsychiatrie oder psychiatrische Klinik eine Überweisung hinsichtlich Ihrer Situation erhält, wird dort geprüft, ob man Ihnen eine Behandlung anbieten kann. Die erhalten dann ein Schreiben mit einem Termin für Ihr erstes Gespräch. 0In einigen Fällen wird Ihre Behandlung abgelehnt, wenn man etwa meint, dass Ihre Behandlung auch von einem niedergelassenen Psychologen oder Psychiater oder in einer kommunalen Einrichtung durchgeführt werden kann.

Sie können sich dann an Ihren Arzt wenden, der Sie dann an die Einrichtung überweist, die die psychiatrische Klink oder Distriktspsychiatrie empfiehlt. Das erste Gespräch mit Ihnen wird von einem Mitarbeiter der Psychiatrie geführt. Es dient dazu einen Überblick über Ihre Situation und Ihre Bedürfnisse zu erhalten. Der Mitarbeiter wird Sie daher fragen, wie es Ihnen geht, welche Symptome Sie haben, welche Arzneimittel Sie erhalten und wie diese wirken, welche Wünsche Sie haben und so weiter.

Aufgrund des Gesprächs legt das Mitarbeiterteam fest, wie man Ihnen am besten helfen kann. Die Behandlung findet tagsüber in den Räumen der Klinik statt. Das Mitarbeiterteam besteht aus verschiedenen Fachgruppen wie Psychiatern, Psychologen, Pflegekräften und Sozialpädagogen. Die Behandlung kann aus Verschreibung von Arzneimitteln, Einzel- oder Gruppengesprächen, darunter auch Psychoedukation, bestehen.

Psychoedukation ist die Vermittlung von Wissen über Ihre Erkrankung und wie Sie mit ihr leben können. Zugleich wird in der Gruppe auch darüber gesprochen, wie man am besten mit den Symptomen und Alltagsproblemen umgeht. Außerdem können Gespräche mit Angehörigen angeboten werden. Es können eventuell auch Gespräche mit anderen Einrichtungen stattfinden, die an Ihrer Behandlung beteiligt werden, wie Ihre Gemeinde, eine Drogenberatung oder andere.

Sie erhalten jeweils einen Ansprechpartner, Primärbehandler genannt. Dies ist meist eine Pflegekraft, die verantwortlich für die Koordinierung Ihrer Behandlung ist, immer in Zusammenarbeit mit einem Arzt.